Blattlinie


Der Souffleur ist ein Medium, das unabhängig ist von politischen Parteien, Institutionen, Wirtschaftsbetrieben und Interessengruppen. (Ausgabe 01|2021 kaufen!)

Keine geistige Bequemlichkeit
Als Magazin, Anthologie und Plattform für unterschiedliche Weltanschauungen tritt das Medium ein für Meinungsvielfalt, Meinungsfreiheit und die Schaffung eines Raumes, in dem unterschiedliche Zugänge zu verschiedenen Themenbereichen nebeneinander existieren können. Der Souffleur steht für Toleranz gegenüber allen ethnischen und religiösen Gemeinschaften, für Respekt vor der Verschiedenheit von Positionen, der Souffleur tritt auf gegen geistige Bequemlichkeit, gegen intellektuelle Unbeweglichkeit, gegen jede Form der Ausgrenzung und Diskriminierung und gegen jene weit verbreitete Form der Ablehnung, die passiert auf der Basis von "Das war schon immer so" und "Das hat es noch nie gegeben".

Keine Tu-quoque-Argumente
Beitragstexte von Redakteur*innen und Gastautor*innen dürfen polarisieren, dürfen unbequem sein, dürfen aber nicht Sprachrohr sein von politischem Extremismus und Totalitarismus.
Argumente und inhaltliche Positionen Andersdenkender dürfen (möglichst sachlich) angegriffen und zerlegt werden, Personen selbst aber nicht.
Autor*innen sollen sich an die Vorgabe halten, Texte und Aussagen nicht auf Scheinargumente aufzubauen. (Argumenta ad hominem, Tu-quoque-Argumente etc.) Literarische Stilmittel ausgenommen.
Auf diesem Fundament findet im Souffleur beispielsweise ein Manifest für die Farbe Weiß seinen Platz neben der schriftlichen Verneigung vor der Farbe Schwarz oder Liebeserklärungen für die vielen Grautöne dazwischen.

Pluralismus
Kritiker des Konzeptes werden sagen: "Verschiedene Wertemodelle in einem Magazin führen dazu, dass Vertreter*innen einer bestimmten Haltung die jeweils andere Position verurteilen und das Medium somit als Sprachrohr der Gegenposition ablehnen werden. Liberalismus und Konservatismus in einem Blatt sind nicht möglich, weil die eine Seite ob der anderen empört und entrüstet sein wird."
Chefredakteur Andreas P. Tauser sagt: "Leser*innen, die ein Medium ausschließlich deshalb verurteilen und ablehnen, weil es neben ihrer eigenen Weltanschauung auch diametral zur eigenen Haltung stehende Inhalte veröffentlicht, laufen Gefahr, sich Erkenntnisse entgehen zu lassen, die durch die Konfrontation mit Fremdem und durch geeignete Diskurse generierbar wären.“
Entrüstung über eine nicht der eigenen Perspektive entsprechende Betrachtungsweise für sich ist nichts Verwerfliches. Die Ablehnung einer Position, die nicht die eigene ist, ist nichts Negatives, eine tendenziöse Beurteilung von Umständen und Zusammenhängen ist nicht zwangsläufig verwerflich. Das Verteufeln und kategorische Ignorieren von Medien aber, die neben der eigenen Wahrheit auch die anderer Menschen publizieren, ist ein Merkmal jener Zeitgenossen, die ihre eigene Haltung nur über die Diskreditierung oder das Ignorieren einer anderen definieren. Selbstdefinition per Feindmarkierung also gewissermaßen.

Sapere aude!
Der Souffleur verwechselt bei aller Offenheit für unterschiedliche Weltanschauungen nicht das hohe Gut der Meinungsvielfalt mit der Verbreitung von stereotypen und monokausalen Vorstellungen und populistischem Nonsens.
Richtschnur aller Aktivitäten des Souffleurs sind das Bewusstsein für Aufklärung und ein humanistisches Regelsystem.
Als Teil einer Texthandlung oder einer These dürfen – beispielsweise – Elvis am Leben, Viren und Holocaust Lügen und die Erde eine Scheibe sein. Als ernsthaft dargebrachte Behauptung mit Gültigkeitsanspruch oder als religiöse und politische Lehren aber widersprechen Theorien der genannten Gattung dem Wissenskanon des weltoffenen und geistig regen Menschen und somit der Blattlinie des Souffleurs